Oh, Apfel

Warum der (alte) Apfel
so gesund ist.

Wie so oft bei mei­nen Arti­keln geht dem Schrei­ben ein Gedan­ke vor­weg. Denn will ich etwas wis­sen, muss ich es recher­chie­ren und bin erst zufrie­den, wenn sich die Wis­sens­lü­cke schließt. Die letz­ten Tage brumm­te es wie­der in mei­nem Kopf, ich schob die Gedan­ken von links nach rechts und muss­te auf­ge­ben. Bis jetzt. Denn nun weiß ich so viel mehr über: den Apfel. Und das gehört geteilt. 

Der Apfel, eine Vitaminbombe durch und durch

Ich konn­te es kaum glau­ben, aber es ist wahr: Allei­ne in Öster­reich gibt es rund 3.000 Apfel­baum­sor­ten, die jeden Herbst wah­re Meis­ter an Inhalts­stof­fen an ihre Zwei­ge zau­bern. Von ganz vie­len die­ser wun­der­ba­ren Sor­ten ist in den hei­mi­schen Super­märk­ten lei­der wenig zu sehen. Die Streu­obst­wie­se wird zur Rari­tät. Umso wich­ti­ger, dass die Nach­fra­ge nach den alten Apfel­sor­ten bestehen bleibt.

Denn unter den Scha­len die­ser alten Meis­ter schlum­mern doch so wun­der­ba­re Din­ge: mehr als 30 Vit­ami­ne und Spu­ren­ele­men­te, Kali­um, Kal­zi­um, Phos­phor, Magne­si­um, Eisen und zahl­rei­che ande­re wich­ti­ge Mine­ral­stof­fe. Das in Äpfeln ent­hal­te­ne Pek­tin kann den Cho­le­ste­rin­spie­gel sen­ken, bin­det Schad­stof­fe und schwemmt sie aus dem Kör­per aus. Außer­dem sagen Zäh­ne und Darm dem Apfel ein herz­li­ches „Vergelt’s Gott”. Abge­run­det wird das Gan­ze dann noch durch jede Men­ge sekun­dä­rer Pflan­zen­stof­fe, die nach­ge­wie­se­ner­ma­ßen anti­oxi­da­ti­ve Wir­kun­gen haben. Für unse­re Grün­spat­zen also der idea­le Snack

Auf den Schnabel:
Der Apfel als Snack

Der größ­te Teil der wun­der­ba­ren Nähr­stof­fe befin­det sich beim Apfel direkt unter der Scha­le. In die­ser Form dür­fen Äpfel von unse­ren Grün­spat­zen aber erst geges­sen wer­den, wenn sie ordent­lich kau­en kön­nen. Dann kön­nen die Grün­spat­zen-Mamas & ‑Papas die Äpfel gründ­lich warm abwa­schen, mit einem Tuch abrei­ben und in Spal­ten samt Scha­le als Snack ser­vie­ren.

Exper­ten emp­feh­len Äpfel in Brei­form (also gekocht ohne Scha­le und püriert oder gerie­ben) etwa ab dem sieb­ten Lebens­mo­nat. Dann also, wenn die Grün­spat­zen die gol­de­ne Medail­le im Getrei­de-Obst­brei-Schmat­zen bekom­men haben. Täg­lich etwa 100 Gramm gerie­be­ner bzw. gekoch­ter Apfel kön­nen dann auf dem Spei­se­plan ste­hen. Ich dämp­fe Apfel­spal­ten (ohne Scha­le) auch ger­ne und bie­te sie dem Grün­spatz so als Nach­mit­tags­snack an. Er liebt’s.  

Die Schlacht um den Regalplatz 

Wenn es um die Inhalts­stof­fe eines Apfels geht, sind die alten Sor­ten wohl das Bes­te, das man kau­fen kann. Doch lei­der geht es – wie so oft im Leben – weni­ger um den Inhalt, son­dern mehr um Glanz und Optik. So gesund und nähr­stoff­reich die alten Äpfel auch sind, im Kampf um die Regal­me­ter müs­sen sie sich lei­der auf­grund von Lager­fä­hig­keit und Optik den Mode­mar­ken à la Gala und Pink Lady geschla­gen geben. Genau des­halb ist es wich­tig zu wis­sen, wel­che Apfel­sor­ten bei uns hei­misch sind, wo man sie bekommt und wel­che schmü­cken­den Namen sie tra­gen.

Grünspatzs Top 5 Sorten 

Wenn wir also Äpfel für unse­re Grün­spat­zen kau­fen, soll­ten wir auch wis­sen, wel­che Sor­ten hei­misch sind und schon lan­ge unse­re Wie­sen zie­ren. Hier gibt’s unse­re Top 5:  

1. Kron­prinz Rudolf – die Majes­tät aus dem Win­ter 
Bei uns zu haben: Okto­ber bis März
So schmeckt’s: sehr saf­tig und erfri­schend säu­er­lich im Geschmack
Grün­spatz Snack: Apfel­stru­del oder ein­fach frisch

2. Bos­kop – der Kuchen­klas­si­ker 
Bei uns zu haben: Okto­ber bis April 
So schmeckt’s: säu­er­lich, fast herb
Grün­spatz Snack: Apfel­mus, Kuchen­fül­lun­gen und als Brat­ap­fel

3. Gra­ven­stei­ner – der Klas­si­ker des Som­mers 
Bei uns zu haben: Ende August bis Novem­ber
So schmeckt’s: saf­tig, kna­ckig, wür­zig
Grün­spatz Snack: Apfel­mus & Apfel­saft 

4. Cox Oran­ge – der Bri­te unter den Äpfeln 
Bei uns zu haben: Okto­ber bis Dezem­ber
So schmeckt’s: ange­nehm mild & saf­tig 
Grün­spatz Snack: kochen, backen, naschen 

5. Ber­lepsch – die Vit­amin-C-Bom­be  
Bei uns zu haben: Novem­ber bis März
So schmeckt’s: super aro­ma­tisch & so viel Vit­amin C 
Grün­spatz Snack: super als fri­scher Snack 

Äpfel kaufen, das solltest du beachten 

  • Bio & regio­nal: Äpfel aus Bio-Anbau wer­den ohne Pflan­zen­schutz­mit­tel gezo­gen & geern­tet. Die bei uns hei­mi­schen Sor­ten legen kur­ze Wege zwi­schen Ern­te und Ver­kauf zurück und bie­ten daher eine super Qua­li­tät und Öko­bi­lanz.
  • Sai­so­nal: Wer bewusst ein­kau­fen will, ach­tet auch auf die Öko­bi­lanz des roten Golds: Hei­mi­sche Äpfel kauft man am bes­ten von Herbst bis Früh­jahr. Zwi­schen Mai und Ende August soll­te man des­halb auf ande­re, hei­mi­sche Obst­sor­gen zurück­grei­fen.
  • Vit­ami­ne, Vit­ami­ne, Vit­ami­ne: Jeder Apfel ist gesund – das ist klar. Man­che Sor­ten bestechen aber durch einen höhe­ren Vit­amin­ge­halt als ande­re: Ber­lepsch oder Bos­kop zum Bei­spiel. 
  • Die Fri­sche macht’s: Das wich­tigs­te Merk­mal für die Qua­li­tät eines Apfels ist sei­ne Optik. Fri­sche und gut gela­ger­te Äpfel haben eine glat­te und fes­te Scha­le. Die Ein­buch­tung am Stiel soll schön zu erken­nen sein, ansons­ten wur­de der Apfel zu früh gepflückt. 
  • Wachs muss nicht sein: Neu­er­dings wer­den her­kömm­li­che Äpfel wie­der gewachst – das ist zwar nicht schäd­lich aber abso­lut nicht nötig.

Zu guter Letzt:
Lagern, verarbeiten & einfrieren 

So wird gelagert

  • Äpfel kuscheln nicht so gern wie unse­re Grün­spat­zen und soll­ten immer sepa­rat bzw. mit Abstand von­ein­an­der gela­gert wer­den. 
  • Äpfel mögen es kühl & dun­kel – so wie es meist im Kel­ler ist. Auch das Gemü­se­fach des Kühl­schranks ist ein guter Lager­platz. 
  • Äpfel blei­ben ger­ne unter sich. Am bes­ten nicht mit ande­ren Obst- & Gemü­se­sor­ten lagern und nur gesun­de & unbe­schä­dig­te Äpfel für spä­ter auf­be­wah­ren. 

So mögen ihn die Grünspatzen

  • Apfel­mus in allen Vari­an­ten 
  • Pimp my Brei – schon mal Zuc­chi­ni & Apfel kom­bi­niert? 
  • Kuchen, Kek­se oder Stru­del – das geht ganz super auch ohne Zucker & Wei­zen
  • Kom­pott mit Vanil­le & Zimt 
  • Apfel­muf­fins ohne Zucker 
  • Zu lecke­ren Apfel-Din­kel­stan­gen ver­ar­bei­tet 
  • Bei­la­ge zu Pan­cakes & Co 
  • Als klei­ne Bröt­chen zum Knab­bern zwi­schen­durch
  • Und, und, und…

Und so wird er eingefroren

  • Wir frie­ren Äpfel immer auch so ein, wie wir sie ver­wen­den möch­ten – also zum Bei­spiel als Brei, Kom­pott oder in Schei­ben.
  • Äpfel mit klei­nen Weh­weh­chen (also zum Bei­spiel brau­nen Stel­len) soll­te man am bes­ten ver­ar­bei­ten und nicht ein­frie­ren.  
  • Im Gan­zen las­sen sich Äpfel lei­der nicht ein­frie­ren. Ähn­lich der Brom­bee­re geht es aber gut, wenn man die Äpfel erst­mal in Stü­cken anfrie­ren lässt und sie dann gemein­sam ver­packt. So kön­nen sie auch ein­zeln aus der Käl­te geholt wer­den. 
  • Gut gefro­ren hal­ten sie bis zu 8 Mona­ten in unse­ren Tief­küh­lern. 
  • Übri­gens: Möch­te man den Snack noch­mals roh genie­ßen lässt man ihm am bes­ten im Kühl­schrank auf­tau­en.
Tei­le mich

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