Ernährung

Oh, Apfel

10. 07. 2021

Warum der (alte) Apfel
so gesund ist.

Wie so oft bei meinen Artikeln geht dem Schreiben ein Gedanke vorweg. Denn will ich etwas wissen, muss ich es recherchieren und bin erst zufrieden, wenn sich die Wissenslücke schließt. Die letzten Tage brummte es wieder in meinem Kopf, ich schob die Gedanken von links nach rechts und musste aufgeben. Bis jetzt. Denn nun weiß ich so viel mehr über: den Apfel. Und das gehört geteilt.

Der Apfel, eine Vitaminbombe durch und durch

Ich konnte es kaum glauben, aber es ist wahr: Alleine in Österreich gibt es rund 3.000 Apfelbaumsorten, die jeden Herbst wahre Meister an Inhaltsstoffen an ihre Zweige zaubern. Von ganz vielen dieser wunderbaren Sorten ist in den heimischen Supermärkten leider wenig zu sehen. Die Streuobstwiese wird zur Rarität. Umso wichtiger, dass die Nachfrage nach den alten Apfelsorten bestehen bleibt.

Denn unter den Schalen dieser alten Meister schlummern doch so wunderbare Dinge: mehr als 30 Vitamine und Spurenelemente, Kalium, Kalzium, Phosphor, Magnesium, Eisen und zahlreiche andere wichtige Mineralstoffe. Das in Äpfeln enthaltene Pektin kann den Cholesterinspiegel senken, bindet Schadstoffe und schwemmt sie aus dem Körper aus. Außerdem sagen Zähne und Darm dem Apfel ein herzliches „Vergelt’s Gott”. Abgerundet wird das Ganze dann noch durch jede Menge sekundärer Pflanzenstoffe, die nachgewiesenermaßen antioxidative Wirkungen haben. Für unsere Grünspatzen also der ideale Snack.

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Auf den Schnabel:
Der Apfel als Snack

Der größte Teil der wunderbaren Nährstoffe befindet sich beim Apfel direkt unter der Schale. In dieser Form dürfen Äpfel von unseren Grünspatzen aber erst gegessen werden, wenn sie ordentlich kauen können. Dann können die Grünspatzen-Mamas & ‑Papas die Äpfel gründlich warm abwaschen, mit einem Tuch abreiben und in Spalten samt Schale als Snack servieren.

Experten empfehlen Äpfel in Breiform (also gekocht ohne Schale und püriert oder gerieben) etwa ab dem siebten Lebensmonat. Dann also, wenn die Grünspatzen die goldene Medaille im Getreide-Obstbrei-Schmatzen bekommen haben. Täglich etwa 100 Gramm geriebener bzw. gekochter Apfel können dann auf dem Speiseplan stehen. Ich dämpfe Apfelspalten (ohne Schale) auch gerne und biete sie dem Grünspatz so als Nachmittagssnack an. Er liebt’s.

Die Schlacht um den Regalplatz

Wenn es um die Inhaltsstoffe eines Apfels geht, sind die alten Sorten wohl das Beste, das man kaufen kann. Doch leider geht es – wie so oft im Leben – weniger um den Inhalt, sondern mehr um Glanz und Optik. So gesund und nährstoffreich die alten Äpfel auch sind, im Kampf um die Regalmeter müssen sie sich leider aufgrund von Lagerfähigkeit und Optik den Modemarken à la Gala und Pink Lady geschlagen geben. Genau deshalb ist es wichtig zu wissen, welche Apfelsorten bei uns heimisch sind, wo man sie bekommt und welche schmückenden Namen sie tragen.

Grünspatzs Top 5 Sorten

Wenn wir also Äpfel für unsere Grünspatzen kaufen, sollten wir auch wissen, welche Sorten heimisch sind und schon lange unsere Wiesen zieren. Hier gibt’s unsere Top 5:

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1. Kronprinz Rudolf – die Majestät aus dem Winter
Bei uns zu haben: Oktober bis März
So schmeckt’s: sehr saftig und erfrischend säuerlich im Geschmack
Grünspatz Snack: Apfelstrudel oder einfach frisch

2. Boskop – der Kuchenklassiker
Bei uns zu haben: Oktober bis April
So schmeckt’s: säuerlich, fast herb
Grünspatz Snack: Apfelmus, Kuchenfüllungen und als Bratapfel

3. Gravensteiner – der Klassiker des Sommers
Bei uns zu haben: Ende August bis November
So schmeckt’s: saftig, knackig, würzig
Grünspatz Snack: Apfelmus & Apfelsaft

4. Cox Orange – der Brite unter den Äpfeln
Bei uns zu haben: Oktober bis Dezember
So schmeckt’s: angenehm mild & saftig
Grünspatz Snack: kochen, backen, naschen

5. Berlepsch – die Vitamin-C-Bombe
Bei uns zu haben: November bis März
So schmeckt’s: super aromatisch & so viel Vitamin C
Grünspatz Snack: super als frischer Snack

Äpfel kaufen, das solltest du beachten

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  • Bio & regional: Äpfel aus Bio-Anbau werden ohne Pflanzenschutzmittel gezogen & geerntet. Die bei uns heimischen Sorten legen kurze Wege zwischen Ernte und Verkauf zurück und bieten daher eine super Qualität und Ökobilanz.
  • Saisonal: Wer bewusst einkaufen will, achtet auch auf die Ökobilanz des roten Golds: Heimische Äpfel kauft man am besten von Herbst bis Frühjahr. Zwischen Mai und Ende August sollte man deshalb auf andere, heimische Obstsorgen zurückgreifen.
  • Vitamine, Vitamine, Vitamine: Jeder Apfel ist gesund – das ist klar. Manche Sorten bestechen aber durch einen höheren Vitamingehalt als andere: Berlepsch oder Boskop zum Beispiel.
  • Die Frische macht’s: Das wichtigste Merkmal für die Qualität eines Apfels ist seine Optik. Frische und gut gelagerte Äpfel haben eine glatte und feste Schale. Die Einbuchtung am Stiel soll schön zu erkennen sein, ansonsten wurde der Apfel zu früh gepflückt.
  • Wachs muss nicht sein: Neuerdings werden herkömmliche Äpfel wieder gewachst – das ist zwar nicht schädlich aber absolut nicht nötig.

Zu guter Letzt:
Lagern, verarbeiten & einfrieren

So wird gelagert

  • Äpfel kuscheln nicht so gern wie unsere Grünspatzen und sollten immer separat bzw. mit Abstand voneinander gelagert werden.
  • Äpfel mögen es kühl & dunkel – so wie es meist im Keller ist. Auch das Gemüsefach des Kühlschranks ist ein guter Lagerplatz.
  • Äpfel bleiben gerne unter sich. Am besten nicht mit anderen Obst- & Gemüsesorten lagern und nur gesunde & unbeschädigte Äpfel für später aufbewahren.

So mögen ihn die Grünspatzen

  • Apfelmus in allen Varianten
  • Pimp my Brei – schon mal Zucchini & Apfel kombiniert?
  • Kuchen, Kekse oder Strudel – das geht ganz super auch ohne Zucker & Weizen
  • Kompott mit Vanille & Zimt
  • Apfelmuffins ohne Zucker
  • Zu leckeren Apfel-Dinkelstangen verarbeitet
  • Beilage zu Pancakes & Co
  • Als kleine Brötchen zum Knabbern zwischendurch
  • Und, und, und…

Und so wird er eingefroren

  • Wir frieren Äpfel immer auch so ein, wie wir sie verwenden möchten – also zum Beispiel als Brei, Kompott oder in Scheiben.
  • Äpfel mit kleinen Wehwehchen (also zum Beispiel braunen Stellen) sollte man am besten verarbeiten und nicht einfrieren.
  • Im Ganzen lassen sich Äpfel leider nicht einfrieren. Ähnlich der Brombeere geht es aber gut, wenn man die Äpfel erstmal in Stücken anfrieren lässt und sie dann gemeinsam verpackt. So können sie auch einzeln aus der Kälte geholt werden.
  • Gut gefroren halten sie bis zu 8 Monaten in unseren Tiefkühlern.
  • Übrigens: Möchte man den Snack nochmals roh genießen lässt man ihm am besten im Kühlschrank auftauen.

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