Kräuter in der Beikost

Dem Grünspatz schmeckts.

Bei ganz vie­len Din­gen sei­ner Ent­wick­lung war unser Grün­spatz, ich wür­de mal sagen gemüt­lich. Der ers­te Zahn blin­zel­te erst mit 11 Mona­ten durch, nach eif­ri­gem Rob­ben wur­de erst mit einem Jahr gekrab­belt und auch das The­ma „Essen“ hat die auf­merk­sa­me Mami fast ein gan­zes Jahr beschäf­tigt. Mis­ter lieb­te sein Fla­schi und all das, das vor­her ordent­lich k. o. püriert wur­de. Über Wochen wur­de alles ver­wei­gert, das Stück­chen auf­wies oder einem gan­zen Stück Lebens­mit­tel gleich­kam. Nicht nur einen Abend koch­te ich mit anfäng­li­cher Hin­ga­be alle mög­li­chen Baby­me­nüs, um sie dann am nächs­ten Tag sel­ber zu essen. Bis – wie durch ein klei­nes Wun­der – der 8. und letz­te Baby­ent­wick­lungs­schub dem Kind plötz­lich wie durch Geis­ter­hand das Essen bei­brach­te. Und seit­dem darf es nicht wür­zig genug sein. Mit wel­chen Kräu­tern in der Bei­kost ich nun expe­ri­men­tie­re und ab wann Babys denn prin­zi­pi­ell Kräu­ter ver­tra­gen und essen dür­fen, erfahrt ihr hier.

Kräuter in der Beikost, ab wann geht das eigentlich? 

Wie auch ich erfah­ren muss­te, gestal­tet sich die Ein­füh­rung der Bei­kost bei jedem Kind ganz indi­vi­du­ell. Wo klei­ne Grün­spat­zen den Schna­bel schon mit 6 Mona­ten auf­rei­ßen und eine gan­ze Por­ti­on ver­drü­cken, wol­len ande­ren zu die­sem Zeit­punkt mit mehr oder min­der fes­ter Nah­rung ein­fach nichts zu tun haben. Denn, die wun­der­ba­re Hin­ga­be zu essen, möch­te wie fast alles ande­re auch gelernt sein. Babys soll­ten von ihren Mamis und Papis also auf­merk­sam beob­ach­tet wer­den. Klappt der Essens­start gut und wer­den ver­schie­de­nen Basics wie Karot­te, Kür­bis & Co akzep­tiert, steht auch dem Griff ins Kräu­ter­re­gal laut Exper­ten ab dem 6. Lebens­mo­nat nichts im Wege. Nach­dem das Geschmacks­netz der Baby­ner­ven aber ganz beson­ders sen­si­bel ist und schon das Pro­bie­ren einer für uns „faden“ Gur­ke ein Feu­er­werk an Sin­nen aus­löst, kann mit Kräu­tern nach ca. 2–3 Mona­ten nach Bei­ko­stein­füh­rung gestar­tet werden. 

Ach­tung, Ach­tung – nicht jedes Kraut ist “baby-safe”: Bei der Ein­füh­rung von Kräu­tern in der Baby­kü­che gilt als obers­tes Prin­zip, dass nur Kräu­ter ver­wen­det wer­den, die nicht pikant, scharf oder stark wür­zig sind. Kur­ku­ma, Chi­li, Cur­ry, Pfef­fer oder auch zum Bei­spiel Honig soll­ten für den Start nicht ver­wen­det werden.

Die Küchenkräuterliste für kleine Grünspatzen
(ca. ab dem 8. Lebensmonat) 

  • Peter­si­lie 
  • Dill 
  • Basi­li­kum 
  • Ker­bel 
  • Min­ze 

Die Küchenkräuterliste für mittelgroße Grünspatzen
(ca. ab dem 10. Lebensmonat) 

  • Zimt
  • Vanil­le
  • gekoch­te Zwiebel
  • gekoch­ter Knoblauch
  • Anis
  • Fen­chel

Die Küchenkräuterliste für große Grünspatzen
(ca. ab dem 1. Lebensjahr) 

  • Thy­mi­an
  • Ros­ma­rin oder Lorbeerblatt
  • Ore­ga­no
  • Mus­kat­nuss
  • getrock­ne­te Paprika
  • getrock­ne­te Tomaten
  • Ing­wer

Nicht nur geschmacklich eine Bombe: Wehwehchen weg durch Kräuterkraft 

Kräu­ter sind nicht nur eine super Alter­na­ti­ve zu Salz, sie ver­fü­gen über jede Men­ge gesund­heits­för­dern­de Inhalts­stof­fe und wir­ken außer­dem ver­dau­ungs­för­dernd und appe­tit­an­re­gend. Habt ihr zum Bei­spiel gewusst, dass die gute alte Peter­si­lie Erwach­se­ne Lun­gen vor krebs­er­re­gen­den Stof­fen schützt oder Basi­li­kum anti­bak­te­ri­ell wirkt und so Krank­heits­er­re­gern den Gar­aus machen kann. Und so kann die Heil­kraft der Kräu­ter auch unse­ren Grün­spat­zen eine ordent­li­che Por­ti­on Power ver­lei­hen. Wie genau erklä­ren wir bald auch in unse­ren Kräutersteckbriefen. 

Und was ist sonst noch zu beachten?
Das wichtigste auf einen Blick: 

  • Am bes­ten pur: Grün­spat­zen soll­ten die Mög­lich­keit bekom­men den Geschmack von Lebens­mit­tel am Anfang mög­lichst pur ken­nen­zu­ler­nen. Nach und nach dür­fen die Kräu­ter­hel­den der Küche folgen. 
  • Weni­ger ist mehr: Für den Anfang reicht eine klei­ne Prie­se eines neu­en Gewür­zes. Es ist außer­dem rat­sam ein bis zwei Tage abzu­war­ten wie die Ver­dau­ung auf den neu­en Geschmack reagiert. 
  • Bio ist Pflicht: Fri­sche Kräu­ter & Gewür­ze aus Bio-Anbau soll­ten immer Vor­rang haben. Wer Kräu­ter sel­ber ern­ten & sam­meln möch­te, soll­te das immer nur mit fun­dier­tem Wis­sen. Getrock­ne­te Kräu­ter soll­ten am bes­ten luft­dicht in Schraub­glä­sern auf­be­wahrt werden. 
Tei­le mich

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