Nuss Nuss Baby

Wie Nüsse die Beikost verzaubern.

Seit dem unser klei­ner Grün­spatz die gro­ßen Freu­den des Essens für sich ent­deckt hat, suche ich nach Ide­en und Rezep­ten, die den Spei­se­plan des klei­nen Knopfs gesund erwei­tern. In mei­nen Gedan­ken spie­len dabei auch Nüs­se immer wie­der eine Rol­le. Denn nicht ohne Grund wer­den die klei­nen Früch­te durch alle Rei­hen gelobt.

Irgend­wo weit hin­ten in mei­nem Kopf spuck­te es aber wie­der her­um – das gro­ße Fra­ge­zei­chen. Denn so sehr die wun­der­ba­re Nuss auch gefei­ert wird, The­men wie “All­er­gi­en” und “Ersti­ckungs­ge­fahr” ver­stum­men bei der Dis­kus­si­on um die Scha­len­früch­te nicht. Es wur­de also Zeit zu recher­chie­ren, zu hin­ter­fra­gen und sich schlau­zu­ma­chen. Und des­halb geht es heu­te um die Nuss.

Nüsse – ab wann geht das eigentlich?

Die ers­te Fra­ge, die mich bei der Recher­che rund­um das The­ma “Nüs­se” beschäf­tig­te, war: “Ab wann dür­fen unse­re Grün­spat­zen eigent­lich Nüs­se essen?” Nach­dem ich in den Wei­ten des Net­zes kei­ne ganz kla­re Ant­wort dar­über fin­den konn­te, befrag­te ich ganz ein­fach unse­re Kin­der­ärz­tin. Laut ihrem fach­kun­di­gen Wis­sen darf der Spei­se­plan der Grün­spat­zen, ab guter Ein­füh­rung der Bei­kost, Nüs­se ent­hal­ten – im Nor­mal­fall also ca. ab dem 8.–10. Lebens­mo­nat. Eines ist dabei aber ganz beson­ders wich­tig:

Ach­tung: Gan­ze Nüs­se dür­fen von Kin­dern erst ab dem ca. 4. Lebens­jahr geges­sen wer­den – also dann, wenn das Gebiss voll­stän­dig ist und die Grün­spat­zen damit ordent­lich kau­en kön­nen. Die Gefahr, sich an den doch recht klei­nen Scha­len­früch­ten zu ver­schlu­cken, ist davor ein­fach zu groß.

Soll­tet ihr in der Fami­lie außer­dem Vor­be­las­tun­gen durch All­er­gi­en haben, muss die Gabe von Nüs­sen unbe­dingt vor­ab mit einem Arzt bzw. All­er­go­lo­gen geklärt wer­den.

Für alle ande­ren Grün­spat­zen sind Nüs­se also kein Tabu­the­ma mehr. Ganz im Gegen­teil: Stu­di­en bewei­sen, dass die Gabe von Nüs­sen vor dem 1. Lebens­jahr spä­te­ren All­er­gi­en sogar vor­beu­gen kann. Wie immer gilt aber auch hier: Führt eure Grün­spat­zen lang­sam an die neue Geschmacks­er­fah­rung ran. Auch hier ist weni­ger mehr!

In welcher Form können Nüsse den Grünspatz-Speiseplan erweitern?

Nach­dem klar war, dass gan­ze Nüs­se nicht vor dem ca. 4. Lebens­jahr geges­sen wer­den sol­len, mach­te ich mich auf die Suche nach alter­na­ti­ven Ein­satz­for­men der klei­nen Power­früch­te. Und die­se sind, zum Erstau­nen der Grün­spatz-Mama, sehr viel­sei­tig:

  • Nüs­se als Mus: Als Mus sind Nüs­se der idea­le Beglei­ter im Bei­kost-Alter. Ein Tee­löf­fel Man­del­mus oder Cas­hew­mus zum Bei­spiel kann dem Nach­mit­tags­brei das gewis­se Etwas ver­lei­hen. Auch als Brot­auf­strich – zum Bei­spiel in Form von Erd­nuss­but­ter – lässt sich Nuss­mus wun­der­bar ver­wen­den.
  • Nüs­se als Mehl: Als Nuss- oder Man­del­mehl las­sen sich Nüs­se super in Tei­gen ver­ar­bei­ten. Die lecke­ren Back­wa­ren lie­fern so zusätz­li­che Bal­last­stof­fe & hoch­wer­ti­ge Fet­te.
  • Nüs­se gerie­ben: In die­ser Form kön­nen Nüs­se das Früh­stücks­müs­li super erwei­tern, den Kuchen ver­zau­bern oder als Top­ping für Joghurt & Topfen/Quark her­hal­ten.
  • Nüs­se als Milch­er­satz: Was bei vie­len Erwach­se­nen mitt­ler­wei­le Usus ist, kann auch super für unse­re Grün­spat­zen sein: Man­del­milch. Ich ver­wen­de sie mitt­ler­wei­le vom Milch­reis bis zum Kai­ser­schmar­ren. Bit­te unbe­dingt auf die Inhalts­stof­fe ach­ten: Oft ist der Milch ein Süßungs­mit­tel bei­gemengt.
  • Nüs­se als Pes­to: Auch zu Pes­to las­sen sich Nüs­se wun­der­bar ver­ar­bei­ten. Ein­fach einen Tee­löf­fel zu den “Auf-die-Hand-Nudeln” mischen – ganz super!
  • Nüs­se als Öl: Wal­nüs­sen, Hasel­nüs­sen, Man­deln und Maca­da­mi­a­nüs­se wer­den ger­ne auch als Öle gepresst & ver­wen­det. Pro­biert doch ein­fach mal ein paar Trop­fen in Brei oder Sup­pe – es lohnt sich!

Wahnsinn, was da drinnen ist:

Viel­leicht geht es euch wie mir: Für mich waren Nüs­sen lan­ge nur ein Neben­dar­stel­ler bei aller­lei Kuchen & Gebäck. Oder noch schlim­mer: eine gefühl­te Kalo­ri­en­bom­be. Dabei hat die Wis­sen­schaft doch schon so lan­ge die wun­der­ba­ren Eigen­schaf­ten der Nuss ent­deckt: Nüs­se sind voll­ge­packt mit Mine­ral­stof­fen, pflanz­li­chem Eiweiß, Vit­ami­nen wie A, E & B und so vie­len wert­vol­len Fett­säu­ren wie Omega‑3 und Omega‑6.

Nüs­se, die bota­nisch eigent­lich Früch­te sind, sind Ener­gie­lie­fe­ran­ten, stei­gern die Kon­zen­tra­ti­on und stär­ken die Ner­ven. Außer­dem schüt­zen Nüs­se das Herz und das Gehirn, redu­zie­ren das Krebs­ri­si­ko und sen­ken den Cho­le­ste­rin­spie­gel. So vie­le Grün­de also, den Grün­spat­zen Nüs­se nicht vor­zu­be­hal­ten.

Man lernt nie aus – Bota­nik für Anfän­ger: “Ech­te” Nüs­se sind unter ande­rem Hasel­nüs­se, Wal­nüs­se oder auch Maca­da­mi­a­nüs­se. Die Erd­nuss ist eigent­lich eine Hül­sen­frucht und Man­deln, Pini­en­ker­ne & Cas­hews sind bota­nisch gese­hen Samen. Soll­te man zumin­dest mal gele­sen haben, fin­de ich.

Augen auf, beim Nuss-Einkauf!

  • Bio ist Pflicht: Als Grün­spatz-Mama wer­de ich nicht müde zu sagen, dass auch beim Kauf von Nüs­sen auf kon­trol­lier­ten, bio­lo­gi­schen Anbau geach­tet gehört. Ganz ein­fach zu erken­nen an Bio-Labels wie EU-Bio-Logo, Deme­ter, Aus­tria Bio Garan­tie oder dem AMA-Bio­sie­gel.
  • Regio­nal soll’s sein: Als Grün­spatz-Eltern soll­te man – wann immer mög­lich – auf Nüs­se aus hei­mi­schen Anbau zurück­grei­fen. Oft ist das aber lei­der gar nicht so ein­fach, da die Nach­fra­ge an Nüs­sen & Samen weit­aus grö­ßer ist, als die hei­mi­sche Men­ge. Des­halb immer dar­auf ach­ten, dass die Pro­duk­te, die nicht aus der Regi­on stam­men, fair gehan­delt wur­den und zumin­dest aus Euro­pa kom­men.
  • I am from Aus­tria: Die Wal­nuss ist eine der weni­gen Nuss­sor­ten, die in Öster­reich in nen­nens­wer­ten Men­gen ange­baut wird. Trotz­dem: Es lohnt sich, Lie­fe­ran­ten aus Öster­reich auch für ande­re Nussor­ten aus­fin­dig zu machen. Denn: Regio­nal geern­te­te Nüs­se haben den ein­deu­ti­gen Vor­teil, dass ihr Trans­port­weg kurz war und Pro­du­zen­ten aus der Regi­on gestärkt gehö­ren!
  • Grün­spatz nächs­tes Aus­flugs­ziel: Im Zuge mei­ner Recher­che bin ich unter ande­rem auch über das Start­up “Nuss­land” gestol­pert. Das in Nie­der­ös­ter­reich ansäs­si­ge Unter­neh­men kauft Nüs­se aus Pri­vat­be­sitz zur wei­te­ren Ver­ar­bei­tung. Super, denn alle ande­ren dür­fen die Pro­duk­te ab Hof kau­fen.

Zu guter Letzt: Probiert doch mal!

Wer jetzt auf den Geschmack gekom­men ist, kann ger­ne gleich mal los­le­gen. Und damit das Gan­ze noch ein wenig ein­fa­cher ist, gibts hier ein paar Ide­en von ande­ren Blog­ger-Mamis. Guten Appe­tit ihr klei­nen Grün­spat­zen:

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1 Kommentar zu “Nuss Nuss Baby

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