Oh, ihr gesunden Öle

Alles über gesunde Öle für Babys & Kinder.

Als Grün­spatz-Mama koche ich – soweit es mei­ne Zeit zulässt – unglaub­lich ger­ne für den klei­nen, hung­ri­gen Grün­spatz-Schna­bel. Und noch viel mehr als frü­her, mache ich mir Gedan­ken über all die Din­ge, die in den Topf wan­dern. Dass auch gesun­de Öle für Babys in der Baby- & Kin­der­kü­che wich­tig sind, war mir schnell klar. Was die ein­zel­nen Öle kön­nen, wie man sie ver­ar­bei­tet, was man beim Kauf beach­ten muss und vie­les mehr, dar­über muss­te ich mich erst mal schlau­ma­chen. Und genau die­ses, neu gewon­ne­nen Wis­sen, möch­te ich heu­te mit euch tei­len.

Basiswissen Speiseöle:
Das Wichtigste zuerst.

Wenn man zum ers­ten Mal ganz bewusst vor dem Öl-Regal im Super­markt steht, fällt einem eines sofort auf: Die Aus­wahl an Spei­se­ölen ist rie­sig und die froh­lo­cken­den Bot­schaf­ten auf den unter­schied­li­chen Fla­schen beinhal­ten jede Men­ge Aus­drü­cke, denen ich bis dato kaum Auf­merk­sam­keit geschenkt habe. Zum Glück bin ich jetzt schlau­er, denn vie­les, das dort ange­bo­ten wird, soll­te eigent­lich nicht in die Koch­töp­fe von auf­ge­klär­ten Grün­spatz-Mamas. Aber von Anfang:

Raffiniert oder kaltgepresst?

Um Öle aus Oli­ven, Raps & Co zu gewin­nen, gibt es ver­schie­de­ne Arten der Gewin­nung. Grund­sätz­lich kann danach unter­schie­den wer­den, ob Öle durch Raf­fi­na­ti­on oder durch Kalt­pres­sung her­ge­stellt wer­den.

Bei der Raf­fi­na­ti­on wird die Saat sehr hohen Tem­pe­ra­tu­ren aus­ge­setzt, um anschlie­ßend gepresst zu wer­den. Dass dazu oft auch Lösungs­mit­tel (Hexan oder Leicht­ben­zin) ein­ge­setzt wer­den, um eine maxi­ma­le Aus­beu­te an Öl zu errei­chen, war mir gänz­lich neu. Zwar wer­den die Res­te der Che­mi­ka­li­en anschlie­ßend aus dem Öl ent­fernt – ein gutes Gefühl lässt das aber trotz­dem nicht. Zumin­dest nicht bei mir.

Das Ergeb­nis ist ein optisch meist neu­tra­les Öl, dass sei­ne mehr­fach unge­sät­tig­ten Fett­säu­ren und Vit­ami­ne lei­der oft ver­lo­ren hat. Gesund­heit­li­chen Nut­zen haben sie so kei­nen mehr und auch der Geschmack lässt oft zu wün­schen über. “Unge­sund” sind sie des­halb aber auch nicht, ihre kalt­ge­press­te Kon­kur­renz über­zeugt auf der Ebe­ne der Inhalts­stof­fe aber deut­lich.

Vor­tei­le raf­fi­nier­tes Öl:

  • Sie sind in der Her­stel­lung – und so auch im Ver­kauf – güns­ti­ger.
  • Gegen­über Licht und Sauer­stoff sind sie nicht son­der­lich emp­find­lich und des­halb län­ger halt­bar. Man erkennt sie des­halb oft auch an ihrer trans­pa­ren­ten Glas- bzw. Plas­tik­fla­sche.
  • Sie sind hit­ze­be­stän­dig und des­halb gut zum Frit­tie­ren und Bra­ten geeig­net.

Kalt­ge­press­te Öle wer­den ohne che­mi­sche Zusät­ze rein mecha­nisch gewon­nen. Also gepresst. Durch den erhöh­ten Druck der Pres­sung wird auch bei die­ser Art Öl die Saat erwärmt, jedoch ohne äuße­re Wär­me­zu­fuhr. Am Ende die­ses Pro­zes­ses steht ein natur­be­las­se­nes Öl, das alle wert­vol­len Inhalts­stof­fe und vie­le mehr­fach unge­sät­tig­te Fett­säu­ren, Geschmacks- und Geruchs­stof­fe sowie sekun­dä­re Pflan­zen­stof­fe beinhal­tet. Für unse­re Grün­spat­zen also oft die bes­se­re Wahl.

Nativ. Was heißt das eigent­lich? Die vor allem bei Oli­ven­öl ein­ge­setz­te Bezeich­nung “nativ” oder “ver­gi­ne” steht im Prin­zip für “Kalt­pres­sung”. Wird dem Gan­zen noch ein “extra” hin­zu­ge­fügt, bedeu­tet es, dass das Öl direkt aus der ers­ten Pres­sung stammt und damit qua­li­ta­tiv beson­ders hoch­wer­tig ist.

Vor­tei­le kalt­ge­press­tes Öl:

  • Kalt­ge­press­te Öle punk­ten meist durch ihre beson­ders hohe Qua­li­tät.
  • Die Öle haben einen ganz sor­ten­ty­pi­schen Geschmack und eine star­ke Far­be, soll­ten aber nicht zu hoch erhitzt wer­den.
  • Sie eig­nen sich in der Küche für fast alles. Nur bra­ten und frit­tie­ren soll­te man mit ihnen nicht.

Und welches gesunde Öl für Babys & Kinder?

Hält man sich an die Emp­feh­lung von Exper­ten, dann ist Raps­öl wohl das meist genann­te Pflan­zen­öl zur Ver­wen­dung in der Baby- und Kin­der­kü­che. Wie immer gilt aber auch hier, dass jeder Grün­spatz indi­vi­du­ell ist und Ver­träg­lich­keit von uns Grün­spatz-Eltern getes­tet und vor allem beob­ach­tet gehört. Wir fah­ren seit Beginn gut mit Raps­öl – ver­wen­den mitt­ler­wei­le aber auch jedes ande­re Pflan­zen­öl.

Und die Men­ge? Für die Bei­kost kom­men 100 Gramm Gemü­se auf ein Ess­löf­fel Öl. Am bes­ten nach dem Kochen in den Brei geben. Seit dem 1. Lebens­jahr unse­res Grün­spat­zen setz­te ich Öl ein, wie bei uns Gro­ßen.

Beikost-Öl, braucht man das?

Ich wür­de sagen: Nein. In den meis­ten Fäl­len ist das von fin­di­gen Mar­ke­ting-Exper­ten kre­ierte Öl eine Mischung aus Son­nen­blu­men- und Raps­öl. Bei­de Öl gibt es in aus­ge­zeich­ne­ter Qua­li­tät von so vie­len Anbie­tern, dass ein extra “Bei­kost-Öl” – zumin­dest für unse­ren Grün­spat­zen – nicht not­wen­dig war.

Welches Öl, kann was?

Raps­öl

  • Der Bei­kost-Klas­si­ker
  • Vie­le unge­sät­tig­te Fett­säu­ren, mil­der Geschmack, kaum Cho­le­ste­rin
  • Kalt­ge­press­tes Öl soll­te nicht stark erhitzt wer­den – gut zur Ver­fei­ne­rung bzw. Bei­men­gung geeig­net und durch­aus auch zum Kochen

Son­nen­blu­men­öl

  • Zur Bei­kost emp­foh­len
  • Steckt vol­ler wich­ti­ger Lin­ol­säu­re
  • Kalt­ge­press­tes Öl soll­te nicht stark erhitzt wer­den – gut zur Ver­fei­ne­rung bzw. Bei­men­gung geeig­net

Lein­öl

  • Zur Bei­kost emp­foh­len
  • Ent­hält vie­le wert­vol­le Ome­ga 3‑Fettsäuren und hat eine posi­ti­ve Wir­kung auf die Darm­flo­ra
  • Darf nicht erhitzt wer­den und soll­te nur in der kal­ten Küche ver­wen­det wer­den
  • Lein­öl muss immer in den Kühl­schrank und darf nicht län­ger als 6 Wochen offen auf­be­wahrt wer­den. Es lohnt sich eine klei­ne Fla­sche zu kau­fen.

Mais­keim­öl

  • Zur Bei­kost emp­foh­len
  • Steckt vol­ler Vit­amin E und mehr­fach unge­sät­tig­ter Fett­säu­ren
  • Wie alle ande­ren kalt­ge­press­ten Öle soll­te es nicht erhitzt wer­den

Oli­ven­öl

  • Meist nicht gelis­tet unter den Emp­feh­lun­gen zur Bei­kost
  • Aber: sehr vie­le unge­sät­tig­te Fett­säu­ren und Vit­amin E
  • Unser Grün­spatz ver­trägt es aus­ge­zeich­net

Die Nuss & ihre Öle
Wer über die wun­der­ba­re Kraft von Nüs­sen und den Ein­satz von Nuss-Ölen schlau­er wer­den möch­te, dem wird hier gehol­fen.

Die Grün­spatz-Emp­feh­lung: Brat­öl

Im Zuge mei­ner Recher­che bin ich immer wie­der auch über den Begriff “Brat­öl” gestol­pert. Wie der Name schon sagt, kann man das Öl super zum Bra­ten ver­wen­den da es scho­nend erhitzt wur­de – in der Fach­spra­che “des­odo­riert”. Es besteht meis­tens aus Son­nen­blu­men­öl, Raps­öl oder Oli­ven­öl und ist für unse­re Grün­spat­zen auch in Bio-Qua­li­tät erhält­lich. Zum Bei­spiel von Alna­tu­ra.

Augen auf beim Öl-Einkauf

  • Bio ist Pflicht! Bio-Öle sind näm­lich garan­tiert gen­tech­nik­frei. Der Anbau pas­siert auf frucht­ba­ren, gesun­den Böden und es wer­den kei­ner­lei che­misch-syn­the­ti­sche Pflan­zen­schutz­mit­tel ein­ge­setzt.
  • Augen auf! Immer auf die Bezeich­nun­gen auf den Fla­schen ach­ten! Nati­ve und kalt­ge­press­te Öle sind hoch­wer­ti­ger als raf­fi­nier­te Spei­se­öle. 
  • Regio­na­le Hel­den! Wir ach­ten meist auch auf die Her­kunft – hei­mi­sche Öle muss­ten nicht so weit rei­sen.
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5 Kommentare zu “Oh, ihr gesunden Öle

  1. Das ist ein­fach toll! Soviel fach­li­che Info bekommt man kaum ohne Wer­bung für ein Pro­dukt. Ich bin begeis­tert von der prak­ti­schen Anwend­bar­keit. Freue mich sehr auf wei­te­re so nütz­li­che Hin­wei­se. Herz­li­chen Dank!

    • stephi_gruenspatz

      Lie­ber Peter, vie­len herz­li­chen Dank für dein Feed­back! Wir freu­en uns über alle, die der Grün­spatz erfreu­en kann – und die Natur freut sich gleich mit! Es zwit­schert, Ste­phi & der Grün­spatz

  2. Petronella

    Vie­len Dank für die gute Auf­klä­rung über die Öle. Beim nächs­ten Ein­kauf wer­de ich mein neu­es Wis­sen ein­set­zen.

    • stephi_gruenspatz

      Lie­be Petro­nel­la, vie­len herz­li­chen Dank für dein Feed­back! Der Grün­spatz bemüht sich immer wie­der auch Tipps für den täg­li­chen Ein­kauf zu geben. Es zwit­schert, Ste­phi & der Grün­spatz

  3. Pingback: Easy-Peasy Kräutersuppe – gruenspatz.at

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